Landschaftsplaner als Manager 

Projektorientierte Planung und Regionalmanagement in der Tourismus- und Erholungsplanung 

Diplomarbeit von Markus Lange 


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1. Ziel der Arbeit

Ziel der Arbeit ist das Aufzeigen der Potentiale, die ein projektorientiertes und praxisnahes Vorgehen innerhalb der Tourismus- und Erholungsplanung (Fremdenverkehrsplanung) besitzt. Als wesentliches Instrument hierfür werden die Arbeitsmethoden des Regionalmanagement besonders betrachtet. Die Erkenntnisse hieraus werden in einem konkreten realen Projekt mit touristischem Schwerpunkt angewandt und erprobt. Hierfür wird ein Projekt in der Samtgemeinde Schöppenstedt im Landkreis Wolfenbüttel initiiert. 
Die Arbeit ist somit selbst auch praxisorientiert. 

Karte Schöppenstedt und Umgebung
Erholungsplanung
Abbildung: Hoferer 1999
2. Problemstellung

Die Tourismus- und Erholungsplanung ist bisher oft an ihrer Implementierung gescheitert. Hierfür gibt es mehrere Gründe: 

Gründe für die mangelnde Umsetzung der touristschen Planungen

  • mangelndes Interesse der Akteure im Tourismus 
  • mangelnde Beteiligung der "Beplanten" (Bürger, Akteure) 
  • mangelnde Kompromissbereitschaft der Vertreter unterschiedlicher Interessen. 
  • zu umfangreicher Planungsprozess 
  • zu lange Planungs- und Realisierungszeiträume 
Touristische Planung, die nicht an ihrer Umsetzung scheitern soll, und sowohl den Schutz der Landschaft gewährleistet, als auch eine positive wirtschaftliche Entwicklung bringt, sollte daher projektorientiert und partizipatorisch ablaufen. 

Hierfür sind eine Reihe neuer Methoden, Organisationsformen und Instrumente nötig. Planung muß daher zum ergebnisorienterten Prozeß werden, muß "gemanagt" werden. 

3. Zusammenfassung

Vorab wird der Kontext Landschaftsplanung - Fremdenverkehrsplanung erläutert. Der Landschaftsplanung, zu deren gesetzmäßiger Aufgabe auch die Erholungsvorsorge zählt, kommt in diesem Bereich eine entscheidende Rolle zu. Sie kann insbesondere zur Sicherung der Naturressourcen für den Fremdenverkehr und damit zur Nachhaltigkeit in diesem Wirtschaftssektor beitragen.
Die Arbeit gliedert sich darauffolgend in 4 Teile: 

Der erste Teil stellt das Vorgehen der traditionellen Fremdenverkehrsplanung dar und erläutert dies anhand einer touristischen Studie für die Samtgemeinde Schöppenstedt von 1980. Hierbei werden insbesondere Zielsetzung, Methoden, Organisationen, Instrumente sowie Stärken und Schwächen der traditionellen Vorgehensweise betrachtet. 
MUSEUM
Till Eulenspiegel Museum in Schöppenstedt
Arbeitsablauf der Projektplanung
Arbeitsablauf der Projektplanung
Im zweiten Teil erfolgt die Betrachtung der projektorientierten Vorgehensweise innerhalb der Fremdenverkehrsplanung unter diesen gleichen Aspekten der Zielsetzung, Methoden, Organisationen, Instrumente sowie Stärken und Schwächen. Als Beispiel dienen hier die langjährigen Erfahrungen von touristischen Projekten des Regionalmanagement und der Regionalberatung in Oberösterreich. Hier wurden insbesondere Eindrücke und Erkenntnisse einer Exkursion herangezogen. Anschließend wird eine bewertende Gegenüberstellung der beiden betrachteten Planungsmethoden vorgenommen. 
Im dritten Teil werden die Erkenntnisse und Potentiale der Projektorientierten Planung in der Praxis erprobt. Hierzu wird ein Projekt initiiert, das sowohl den beiden entwickelten Leitbildern der Region, die Etablierung des Fahrradtourismus, sowie die Inwertsetzung des kulturhistorischen Potentials entspricht. Eine touristische (Rad)wanderroute wurde entworfen, auf der sich die erste Geschichte des Till-Eulenspiegel-Buches nacherleben lässt. Dieses Projekt wurde mit Funktionsträgern der Gemeinde sowie interessierten Akteuren aus der Bevölkerung in Gang gesetzt und auch nach Abschluß der Arbeit in Eigenregie weitergeführt. Zum Zeitpunkt des Abschlusses dieser Arbeit, war bereits eine Station der Route eröffnet, und eine weitere Stationseröffnung in Vorbereitung. Auch ein professionell gestalteter Flyer stand kurz vor der Drucklegung. Innerhalb kurzer Zeit (ca. 6 Monate) waren somit erste erfolgreiche Realisierungsschritte zu verzeichnen. Die Wirkung, die dieses Projekt in der Öffentlichkeit erzielt, lässt sich an den Reaktionen der Presse (abgedruckt im Anhang) ersehen. 
TTT Karte

Photo von der Eröffnung
Eröffnung der ersten Station der TillTaufTour

Die Pressereaktionen zeigen, welchen Anklang das Projekt auch in der Öffentlichkeit fand:
Wolfenbütteler Schaufenster, 26.8.01:
 
 
 

                            Braunschweiger Zeitung, 23.8.01:


 

"Installiert wurde das Projekt vom Regionalmarketing Schöppenstedt gemeinsam mit dem Berliner Studenten für Landschaftsplanung, Markus Lange, der dieses Projekt im Rahmen seiner Diplomarbeit über den Tourismus dieser Region begleitet"

"Die Idee der Tour stammt von Markus Lange, Landschaftsplanungs-Student der TU Berlin, der zurzeit an seiner Diplomarbeit schreibt: Ich wollte mal raus aus der Theorie und ein Projekt in die Praxis umsetzen...mit Erfolg: In weniger als sechs Monaten war ein...Projektgruppe zusammengestellt, ein Konzept ausgearbeitet und die erste Taufstätte fertig."
 

FEK
Das FEK als integraler Bestandteil des REK
Der vierte Abschnitt fasst sowohl die Erfahrungen, die sich aus der Projektarbeit vor Ort ergeben haben, als auch die theoretischen Erkenntnisse über die projektorientierte Planung sowie dem Instrument Regionalmanagement zusammen. Hierbei werden die Perspektiven für die Erholungs- und Fremdenverkehrsplanung betrachtet, die sich aus den untersuchten Planungsmethoden und -instrumenten ergeben. Ein neu zu schaffendes Fremdenverkehrs-Entwicklungskonzept (FEK) wird hierbei als sinnvolle Konkretisierung zu bereits existierenden Regionalen Entwicklungskonzepten (REK) angesehen. Weiterhin wird erläutert, dass sich Landschaftsplaner aufgrund ihrer interdisziplinären Ausbildung besonders für die Tätigkeit des Regionalmanagers eignen. Aufgrund ihrer erlernten Kreativität, problemorientierten Arbeitsmethodik, ihrer wissenschaftlichen und nachhaltigen Denkweisen erschließt sich ihnen im Bereich des Regionalmanagement ein neues Aufgabengebiet. Einziges Manko hierbei ist allerdings die oftmals wenig wirtschaftlich ausgerichtete Ausbildung und Denkweise. Hier sind Verbesserungen und Ergänzungen in der Lehre nötig. Abschließend wird die Region in diesem Zusammenhang als "neuer Planungsraum" dargestellt. 

Grundsätzlich lässt sich feststellen, dass die projektorientierte Planung auch im Bereich der Tourismus- und Erholungsplanung Potentiale zur besseren Umsetzung besitzt, und Landschaftsplaner in diesem Bereich mit praxisorientiertem Vorgehen durchaus neue Einsatzmöglichkeiten besitzen. 


Die vollständige Version der Arbeit ist als PDF-Datei auf CD erhältlich bei Markus Lange.

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